Rund um unser Wetter

Nichts auf der Welt ist so unberechenbar wie unser Wetter

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Deutscher Wetterdienst
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- Zentrale -

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63067 Offenbach am Main

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Weitere Kontaktmöglichkeit

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Gerne sind wir für Sie da – per E-Mail, per Telefon in unserer Zentrale und Niederlassungenoder auch persönlich vor Ort.

Wetterdiensthotline: 0180 2 913 913
(Festnetzpreis 6ct/Anruf, Mobilfunkpreise maximal 42 ct/min innerhalb Deutschlands)

Wenn Sie die Wetterdiensthotline anrufen, werden Sie automatisch mit der nächstgelegenen DWD-Niederlassung verbunden.

E-Mail Adresse für allgemeine Anfragen an den DWD:

info@dwd.de

Ihre E-Mails werden während der üblichen Bürozeiten (Mo.-Fr.) bearbeitet.
Die Bestimmungen des Datenschutzes werden von uns selbstverständlich beachtet, lesen Sie hierzu bitte auch unsere Hinweise zum Datenschutz.

Amtliche Warnungen nur vom DWD

Vielstimmigkeit bei den Warnungen kann in der Öffentlichkeit zu Verunsicherung und zu Fehlverhalten in der Vorsorge führen. Nur der DWD gibt amtliche Warnungen heraus.

Die Herausgabe von amtlichen Warnungen über Wettererscheinungen, die zu einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung führen können, ist eine der gesetzlichen Aufgaben des DWD – zentral koordiniert und aus einer Hand!
Erfahren Sie mehr in einem kurzen Clip.

Auswirkungen von Wetterereignissen

An dieser Stelle sollen mögliche Auswirkungen von Wetterereignisse zusammengestellt werden. Dabei ist zu beachten, dass es sich in keinem Fall um eine vollständige Aufzählung handeln kann. Anhand von Beispielen sollen neben den Auswirkungen auch Empfehlungen zum Verhalten bei extremen Wetterereignissen gegeben werden.

In Abhängigkeit von der Bebauung und der Nutzung betroffener Gebiete können die Auswirkungen extremer Wetterereignisse verstärkt oder abgeschwächt werden.

Stark- und Dauerregen

Das Gefährliche am Regen ist nicht der Niederschlag selbst. Gefahren gehen im Zusammenhang mit Stark- und Dauerregen davon aus, wie und wo die enormen Wassermassen abfließen.

Im Zusammenhang mit sommerlichem Starkregen kann es zu lokalen Überflutungen oder volllaufenden Kellern kommen (weil z.B. das städtische Kanalsystem die Regenmengen vorübergehend nicht ableiten kann).

Je nach Dauer und Intensität von Dauerregen können zunächst kleine Bäche und Flüsse, später auch größere Gewässer über die Ufer treten. Talsperren, Rückhalte- und Auffangbecken laufen voll und teilweise über. Die Folge sind immer Überschwemmungen, wobei das Ausmaß der Überschwemmung nicht nur von den meteorologischen Bedingungen bestimmt wird. Hier spielen Eingriffe des Menschen in die natürlichen Gegebenheiten eine große Rolle. Es kann zum Beispiel durch Flussbegradigungen oder durch Bebauung von Auengebieten zu einem deutlich schnelleren Abfließen der Wassermassen kommen.

Besonders problematisch ist bei heftigem Regen die Gefahr, die sich durch Erdrutsche oder Murenabgänge ergibt (sogenannte Massenbewegungen).

Bereits an kleinen Hängen sind nach intensivem Regen Erdrutsche möglich, in Gebirgslagen treten Murenabgänge und große Erdrutsche auf. Dabei ist der Regen meist nur noch der letzte Auslöser. Diese Vorgänge werden durch nicht meteorologische Faktoren vorbereitet (z.B. geologische Gegebenheiten, Abholzung von Hängen usw.).

Massenbewegungen sind nicht nur direkt eine Gefahr für Menschen sondern auch indirekt, weil sie durch Masseneinbringung in Seen oder Speicher Flutwellen erzeugen oder Flüsse abriegeln, die später diesen Riegel aufbrechen.

Bei Ankündigung kräftigen Regens schließen Sie Fenster, Türen und Dachluken im Haus.

Schneefall, Schneeverwehungen

Schneefälle führen insbesondere im Tiefland immer wieder zu Verkehrsbeeinträchtigungen. Diese werden zum einen dadurch verursacht, dass viele Autofahrer keine Winterreifen benutzen. Verwenden Sie deshalb in der kalten Jahreszeit unbedingt Winterreifen! Zum anderen führt Schneefall zu starken Sichteinschränkungen, so dass es unbedingt erforderlich ist, den Sicherheitsabstand zu vergrößern. Schalten Sie auch am Tage bei Schneefall die Scheinwerfer ein! Verringern Sie die Geschwindigkeit! Wenn es möglich ist, vermeiden Sie bei starken Schneefällen das Autofahren.

Kommt zum Schneefall auch noch Wind hinzu, führt das häufig zur Ausbildung von Verwehungen. Durch diese wird der Straßenverkehr ebenfalls beeinträchtigt.

Im Extremfall kommt der Straßenverkehr zum Erliegen. Sollte sich eine Autofahrt bei solchen Bedingungen nicht vermeiden lassen, sorgen Sie dafür, dass Sie neben ausreichend gefülltem Tank im Auto warme Bekleidung und Decken mitführen sowie warme Getränke und Lebensmittel.

In Gebirgslagen führen heftige Schneefälle zu Lawinen. Für Europa gibt es fünf Lawinen-Gefahrenstufen, die für die einzelnen Gebiete von den zuständigen Lawinenwarnzentralen in Zusammenarbeit mit den Wetterdiensten festgelegt werden. Informationen zu den Gefahrenstufen und zu einem den Stufen angepassten Verhalten finden Sie unter anderem beim Lawinenwarndienst Bayern.

Sturm und Orkan

Bei Sturm und Orkan mit anhaltend hoher Windgeschwindigkeit sind vor allem der Winddruck sowie die darauf noch aufsetzenden höheren Böen problematisch.

Dächer oder Teile davon können abgedeckt, Bäume, Strommasten, Antennen u.ä. von der Gewalt des Windes geknickt werden. Gegenstände, die dem Wind eine große Angriffsfläche bieten (wie z.B. Markisen, Partyzelte, Sonnenschirme, leichte Überdachungen u.ä.), können durch die Böen aus ihrer Verankerung gelöst werden. Kraftfahrer kennen das Problem des heftig einsetzenden seitlichen Schiebens beim Verlassen eines Waldstückes, eines Tunnels oder einer windgeschützten Lage. An Küsten und großen Gewässern wirbelt der Wind enorme Wassermengen auf, die in Brechern einen Druck von mehreren Tonnen pro Quadratmeter verursachen.

Einige Auswirkungen von Sturm- und Orkanböen im Binnenland sind auch in der Beaufortskala beschrieben.

Achtung: Die meisten Todesfälle bei Sturm werden durch herabfallende Trümmer oder herumfliegende Gegenstände verursacht.

Vorbeugend sollten in regelmäßigen Abständen Dächer und Schornsteine auf lose Dachziegel oder Bleche u.ä. überprüft werden. Zusätzlich sollten in Warnsituationen Gerüste, Werbetafeln, Antennenanlagen, Markisen, Partyzelte, Abdeckplatten und –planen fest verankert und Fenster, Türen und Dachluken im Haus geschlossen sein. Fahrzeuge sind nicht in der Nähe von Häusern oder hohen Bäumen zu parken.

Verlassen Sie bei Sturm die schützenden Räume nicht und schalten Sie das Radio zur weiteren Information ein. Wenn Sie sich im Freien aufhalten müssen, meiden Sie die Nähe von Gebäuden, Gerüsten, hohen Bäumen und Strommasten!

Beginnen Sie die Aufräumarbeiten erst nach Ende des Sturmes. Achten Sie dabei auf ausreichenden Abstand zu möglicherweise einsturzgefährdeten Bauten sowie zu abgerissenen Stromleitungen.

Gewitter

Gewitter bieten meist außer dem Blitzschlag je nach Stärke eine ganze Reihe möglicher Gefahren, die kombiniert auftreten. Neben den Sturm- und Orkanböen können dies Hagel und Starkregen sein.

Hier soll nur auf die Gefährdungen durch Blitzschlag eingegangen werden, die anderen möglichen Gefahren sind unter dem jeweiligen Wetterelement beschrieben.

Blitzschlag

Direkter Blitzschlag kann Brände auslösen. Außerdem erzeugt Blitzschlag Überspannungsstöße, die zu erheblichen Schäden an elektronischen Geräten führen.

Tritt ein Gewitter auf, sollte man in Gebäuden oder in einem Kraftfahrzeug Schutz suchen. Bleiben Sie fern von Fenstern und vermeiden Sie Telefongespräche. Nehmen Sie alle elektrischen Geräte vom Netz. Sind die Wasserleitungen des Gebäudes nicht ordnungsgemäß geerdet, dann nehmen Sie während eines Gewitters kein Bad oder duschen Sie nicht.

Lässt sich ein Aufenthalt im Freien bei Gewitter nicht vermeiden, suchen Sie in einer Mulde Schutz, in die Sie sich mit zusammengezogenen Füßen hineinhocken. Gefährliche Orte sind einzelne Bäume und Baumgruppen, Hügel, Aussichtstürme, Masten, Metallzäune oder Gitter. Bei Gewitter nicht im Freien baden oder mit einem Boot auf Gewässern fahren. Werden Sie beim Sporttreiben vom Gewitter überrascht, suchen Sie möglichst rasch Schutz.

Glätte

Glätte entsteht durch Überfrieren oder Gefrieren von Wasser oder Schnee auf den Straßen. Auch festgefahrener Schnee, Schneematsch und Reif führen zu Straßenglätte. Besonders gefährlich ist Glatteis (oder Blitzeis), das entsteht, wenn Regen oder Sprühregen auf einen gefrorenen Boden fällt. Glätte führt immer zu Behinderungen des Straßenverkehrs, wobei diese um so massiver sind, je verbreiteter die Erscheinung auftritt oder wenn zwar räumlich eng begrenzt eine Region mit hoher Verkehrsdichte betroffen ist. Besonders bei Glatteis ist auch der Schienenverkehr von den Beeinträchtigungen betroffen.

Ist Straßenglätte vorhergesagt, sollten Sie ihre Fahrweise entsprechend anpassen. Wird vor Glatteis gewarnt, sollten Sie keine Fahrten mit dem Auto unternehmen und nach Möglichkeit das Haus nicht verlassen.

Hagel

Hagel ist ein häufiger Begleiter sommerlicher Starkgewitter. Dabei richtet der Hagel um so mehr Schäden an, je größer die Hagelkörner sind. Neben Sachschäden sowie Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen können Hagelkörner auch bei Menschen erhebliche Verletzungen hervorrufen.

Vermeiden Sie deshalb bei Hagel jeden Aufenthalt im Freien. Schließen Sie alle Fenster, Türen und Dachluken. Stellen Sie Fahrzeuge unter (in Garagen, unter Brücken u.ä.). Schäden am Fahrzeug lassen sich dadurch verringern, dass Sie es im Freien mit einer Decke oder Plane abdecken (diese muss natürlich ordentlich gegen Wegfliegen gesichert sein). Sind Sie bei Hagel mit dem Auto unterwegs und können dieses nicht vorübergehend unterstellen, richten Sie sich auf jeden Fall auf winterliche Straßenverhältnisse ein (auch im Sommer!), da die Hagelkörner je nach Größe einige Zeit zum Wegtauen benötigen. Verringern Sie die Geschwindigkeit und vergrößern Sie den Abstand zum Vorausfahrenden. Schalten Sie das Licht ein!

Tauwetter

Tauwetter tritt auf, wenn eine vorhanden Schneedecke durch positive Temperaturen abschmilzt. Kommt zu den positiven Temperaturen noch Regen hinzu, verstärkt sich das Abtauen der Schneedecke. Dabei fließt besonders schnell viel Wasser ab, wenn der Schnee relativ feucht ist, es kräftigen Dauerregen gibt und der Boden noch gefroren oder aber gesättigt ist, so dass er kein Wasser mehr aufnehmen kann. Dadurch kann es zu Hochwasser an Bächen und Flüssen kommen (sogenannte Schmelzhochwasser). Waren Flüsse vereist und es setzt Tauwetter ein, das zu einem Aufbrechen der Eisdecke und gleichzeitigem hohen Wassereintrag in die Flüsse durch Schneeschmelze führt, spricht man von Eishochwasser. Es entsteht dadurch, dass sich die Schollen, die durch das Aufbrechen der Eisdecke entstehen, ineinander verkeilen und dadurch einen auf dem Fluss schwimmenden Staudamm bilden, der das zusätzliche Wasser der Schneeschmelze aufstaut.

Interessante Links

Viele interessante Informationen sind im Internet zu finden. Beispielhaft sollen folgende Seiten genannt werden:

WarnWetterApp
WarnWetterApp
Die kostenlose WarnWetterApp vom DWD,

Die WarnWetterApp stellt dem Nutzer alle wichtigen Warn- und Wetterinformationen für den täglichen Einsatz zur Verfügung. Dabei kann die allgemeine Gefährdungslage für Deutschland  auf einer eingefärbten Warnkarte schnell erfasst und ergänzende Detailinformationen abgerufen werden.

Mittels eines Gewittermonitors kann man die vorhergesagten  Zugbahnen von gefährlichen Gewitterzellen beobachten.
In bestimmten Unwetterlagen bietet die App ergänzende Information per Video sowie zuschaltbare Funktionen wie die Verkehrsinformationen aus Google.

warnwetter_bild

Übersicht aller Features:

  • Übersicht über die aktuelle Warnlage für Deutschland
  • detaillierte Informationen zur Warnsituation vor Ort durch amtliche Warnungen inklusive Warntrend
  • konfigurierbare Warnelemente und Warnstufen
  • zuschaltbare Alarmierungsfunktion bei Änderung der Warnlage vor Ort
  • prognostizierte Zugbahnen von Gewitterzellen (Warnmonitor)
  • Ortsbezogene Prognosen und aktuelle Messwerte
  • DWD-Niederschlagsradar
  • aktuelle Satellitenbilder
  • Modellvorhersagen für warnrelevanten Ereignisse wie Sturm, Dauer- oder Starkniederschläge
  • Videoinformationen bei besonderen Unwetterlagen
  • Verkehrsinformationen aus Google (in Android-Version)

Die App ist für Android und iOS in den jeweiligen Stores kostenfrei erhältlich.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an warnwetter@dwd.de

Stimmt die Wettervorhersage immer oder liegen wir auch manchmal daneben?

Natürlich stimmt die Vorhersage immer… würden wir nur allzu gerne an dieser Stelle berichten.

Dass dies bekanntermaßen nicht so ist, geben wir aber auch gerne zu. Es liegt in der Natur der Wettervorhersage, sogar eher selten exakt richtig zu liegen. In unserer Atmosphäre laufen hochgradig nicht-lineare Prozesse ab, die auch mit dem Wort „chaotisch“ beschrieben werden. Somit bleibt je nach Fragestellung immer ein gewisser Unsicherheitsbereich in der Vorhersage übrig.

Nun wollen wir uns aber nicht hinter diesen Aussagen verstecken, sondern sehr wohl versuchen herauszufinden, welche Qualität unsere Vorhersageprodukte haben.

Zunächst ist ganz entscheidend, was wir eigentlich genau prüfen wollen und welche Kriterien wir dann fordern, um eine Vorhersage als gut oder nicht ganz so gut einzustufen.

  • Nach welchen meteorologischen Elementen wird gefragt?
  • Welche Vorhersagezeit interessiert uns: die nächsten Stunden, der nächste Tag oder „Samstag in 8 Tagen“?
  • Wollen wir eine Aussage für einen bestimmten Ort oder eine Region, vielleicht einen Landkreis machen?

Das lässt sich, sofern man genügend gute Beobachtungen vorliegen hat, im Prinzip alles ausrechnen. Allerdings hat man dann schnell eine Unmenge Zahlen vor sich liegen, und wer hat schon die Zeit, sich das alles auch noch anzuschauen und zu interpretieren?

Deshalb versuchen wir möglichst repräsentative Datenkollektive auszusuchen und zusammenzufassen, um auf unsere und hoffentlich auch ihre wesentlichen Fragen Antworten zu bekommen.

Qualität kurzfristiger Punktvorhersagen

Eine Möglichkeit, die Qualität unserer Wettervorhersagen zu bewerten, ist die Definition einer Fehlertoleranz. Beispielsweise bewerten wir eine Temperaturvorhersage für morgen als Treffer, wenn sie nicht weiter als ±2.5 Kelvin von der Beobachtung abweicht.

Abbildung 1 zeigt genau diese Art der Auswertung für Quartalswerte seit 1984 am Beispiel der Extremtemperaturen und der Windgeschwindigkeit (±2.5 m/s).

Sichtbar werden durch das jeweilige Wettergeschehen begründete Schwankungen, aber im Trend auch eine mehr oder weniger stetige Verbesserung hin zu Trefferquoten über 90 %. Damit wird klar, dass heutzutage große Fehler in der Vorhersage dieser Elemente immer seltener werden.

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Abbildung 1: Entwicklung der Trefferquoten von Vorhersagen für morgen. Die Fehlertoleranzen sind: Temperaturen ±2.5 K (links) und Windgeschwindigkeit ±2.5 m/s (rechts). Dünne Linien zeigen den Verlauf der Quartalsergebnisse, dickere Linien das gleitende Mittel unter Einschluss der drei Nachbarwerte beiderseits, mit doppeltem Gewicht des zentralen Wertes.

 

Fragen wir nach kategorischen Elementen wie etwa Böen >12 m/s oder eintreffendem Niederschlag innerhalb von 12 Stunden, so sind die Trends nicht mehr so eindeutig (vgl.   Abbildung 2). Die Vorhersage solcher Elemente an einem ganz bestimmten Ort ist entsprechend schwieriger und es bleibt trotz aller Anstrengungen gerade auch in der Niederschlagsvorhersage eine Herausforderung, die Qualität zu verbessern.

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Abbildung 2: Entwicklung der Trefferraten von Vorhersagen für morgen bzgl. der Überschreitung eines bestimmten Schwellenwertes: Böen >12 m/s (links), Niederschlag >0 mm/12h. Dünne Linien zeigen den Verlauf der Quartalsergebnisse, dickere Linien das gleitende Mittel unter Einschluss der drei Nachbarwerte beiderseits, mit doppeltem Gewicht des zentralen Wertes.

Ein wichtiger Schritt ist der Vergleich aktueller Vorhersagen mit Referenzvorhersagen. Klima- oder Persistenzvorhersagen sind vergleichsweise kostengünstig und es sollte deutlich werden, dass wir deren Qualität übertreffen.

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Abbildung 3: Entwicklung von mittlerer Vorhersageleistung (MW) und Spannweite (SP, Unterschied zwischen bestem und schlechtestem Ergebnis der betrachteten Stationen) von Kurzfristprognosen zusammengefasst aus Temperatur, Bedeckungsgrad, Wind und Niederschlag seit 1992. Jeder Punkt steht für einen Quartalswert.

Eine Möglichkeit, solche Leistungsaussagen zu bekommen, ist ein Vergleich der mittleren quadratischen Fehler von aktueller Vorhersage zu einer Referenz über die Reduktion der Varianz (RV). Abbildung 3 zeigt, dass aktuelle Vorhersagen gegenüber der Persistenzvorhersage einen deutlichen Mehrwert liefern und dieser seit 1992 zudem stetig angestiegen ist, wenngleich es in den letzten Jahren immer schwieriger wird, diesen Trend fortzuführen.

Qualität mittelfristiger Vorhersagen

Möchte man Vorhersagen betrachten, die weiter als einen Tag in die Zukunft reichen, muss man mit kontinuierlich abfallender Qualität rechnen. Je weiter wir in die Zukunft schauen wollen, desto schwieriger werden verlässliche Aussagen. Am Beispiel der Tagesmitteltemperatur zeigt Abbildung 4 den mittleren quadratischen Fehler bis zum 9.Folgetag, wobei Punktvorhersagen mit Gebietsvorhersagen verglichen werden.

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Abbildung 4: RMSE der Tagesmitteltemperatur von Gebiets- (anthrazit) und Punktvorhersagen (magenta) im Winterhalbjahr 2014/15.

Besonders mittelfristige Vorhersagen sollten auch immer eine Angabe der Unsicherheitsbereiche beinhalten. Dies wird heutzutage meist durch Informationen über  Spannweiten oder Eintreffwahrscheinlichkeiten abgedeckt, in Berichten häufig mit Begrifflichkeiten wie „örtlich“, „lokal“, „möglich“ oder eben auch „wahrscheinlich“ umschrieben. Zukünftig sollen an dieser Stelle  auch Ergebnisse bezüglich solcher Wahrscheinlichkeitsaussagen dargestellt werden.

Qualität von Warnungen

Ein ganz wesentlicher Teil unserer Vorhersageprodukte sind die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes. Aktuell werden sie in der Regel für Landkreise ausgegeben. Anders gesagt: wir warnen davor, dass irgendwo in einem Landkreis ein meteorologisches Ereignis eintritt, welches potentiell eine gewisse Gefahr darstellt.

Problematisch ist nun, dass wir viele solcher Ereignisse nur mit Beobachtungen an Stationen messen können, also an bestimmten Punkten in einem Landkreis. Wird das Ereignis nun nicht durch Messungen erfasst, muss das noch nicht heißen, dass das Ereignis nicht eingetroffen ist.

Für einige wenige Wetterereignisse gibt es allerdings flächendeckende Informationen, etwa durch Radarinformationen oder durch Blitzortungssysteme.

In Abbildung 5 ist ein Ergebnis für Gewitterwarnungen im Sommerhalbjahr 2014 gezeigt. Grundlage sind alle Warnungen vor Gewitter im Vergleich zubeobachteten Blitzen in einem Landkreis. Die Warnkategorie (Wetter, markant, Unwetter, extremes Unwetter) spielt in diesem Beispiel keine Rolle.verifikation05

Abbildung 5: Landkreisdarstellung von POD (links) und FAR (rechts) der Gewitterwarnungen im Sommerhalbjahr 2014. Hinweis: Rote Farbtöne zeigen eine gute POD, aber schlechte FAR Werte an, blaue Farbtöne entsprechend umgekehrt.

Man erkennt für die Trefferrate (POD) überwiegend rötliche Farbtöne, was einer mittleren POD von über 85 % pro Landkreis entspricht.

Es wäre ein Leichtes, diese Trefferrate auf 100 % zu schrauben. Da wir aber glaubhaft bleiben wollen, müssen wir auch immer die Falschen Alarme in erträglichem Rahmen halten. Für das Sommerhalbjahr 2014 erzeugen wir im Mittel pro Landkreis eine Falsch-Alarm-Rate (FAR) um 65 %. Hinzuzufügen ist für Gewitterereignisse, dass sich diese häufig sehr kurzfristig entwickeln und somit schwer vorhersagbar sind.

Für kleinere Schwellenwerte bezüglich winterlicher Sturmereignisse erreichen wir höhere  POD-Werte bei zugleich geringerer FAR.